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Startseite » Niederösterreich » Bericht über die Weinbau- und Kellermeistertagung 2026

Bericht über die Weinbau- und Kellermeistertagung 2026

  • 11. Mai 2026
Im Rahmen der diesjährigen Weinbaumeistertagung an der BBK Krems bzw. der LFS Krems konnten wir etwa 40 Meisterinnen und Meister willkommen heißen.

Zu Beginn der Weinbaumeistertagung stellte Johanna Moser von der LFS Krems aktuelle Ansätze zum Minimalschnitt im Weinbau vor. Als Leiterin des Rebschutzdienstes und im Versuchswesen tätig, verbindet sie dabei praxisorientierte Erfahrungen mit Ergebnissen aus Versuchsflächen der Schule.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand der sogenannte Minimalschnitt im Spalier, ein Erziehungssystem, das sich deutlich von der klassischen Spaliererziehung unterscheidet. Ziel dieses Ansatzes ist vor allem eine stärkere Mechanisierung im Weinbau. Durch den weitgehenden Verzicht auf den traditionellen Rebschnitt kann der Arbeitsaufwand im Weingarten deutlich reduziert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den physiologischen Auswirkungen auf die Rebe. Der Minimalschnitt orientiert sich stärker am natürlichen Wachstum der Pflanze, was sich unter anderem auf Wuchsverhalten und Ertragsstruktur auswirken kann. Gleichzeitig ergeben sich neue Anforderungen im Pflanzenschutz und in der Laubarbeit, die im Versuchswesen der Schule untersucht werden.

Anschließend stellte Andreas Burgstaller von der LFS Krems aktuelle Entwicklungen im Bereich alkoholfreier und alkoholreduzierter Weine vor. Der Fokus lag dabei auf technologischen Verfahren, sensorischen Auswirkungen und der Marktentwicklung sogenannter „No- und Low-Alcohol“-Produkte.

Zu Beginn wurde der Begriff „alkoholfrei“ präzisiert. Burgstaller erläuterte die rechtlichen Rahmenbedingungen und unterschied zwischen alkoholfreien (bis 0,5 % vol.) und alkoholreduzierten Weinen. Diese Differenzierung ist insbesondere für die Einordnung und Vermarktung der Produkte von Bedeutung.

Im technischen Teil des Vortrags wurde die Herstellung entalkoholisierter Weine behandelt. Dabei handelt es sich um regulär vergorene Weine, denen im Anschluss Alkohol entzogen wird, beispielsweise durch Membranverfahren oder Vakuumdestillation. An der LFS Krems kommen entsprechende Verfahren im Versuchsbetrieb zum Einsatz, um den Einfluss der Alkoholreduktion auf die Weinqualität systematisch zu untersuchen.

Abschließend wurde der Markt für alkoholfreie und alkoholreduzierte Weine eingeordnet. Burgstaller verwies auf eine steigende Nachfrage, insbesondere bei jüngeren und gesundheitsbewussten Konsumentengruppen. Gleichzeitig wurde betont, dass diese Produkte derzeit eher als Ergänzung zum klassischen Weinangebot zu sehen sind und weiterhin technologischer Entwicklungsbedarf besteht, insbesondere im Hinblick auf die sensorische Qualität. Auch auf diverse weitere Alternativprodukte wie sparkling tea, Kombucha oder auch Mocktails verwies Burgstaller.

Ein zentraler Bestandteil der Weinbaumeistertagung war auch eine Führung durch die LFS Krems und die anschließende sensorische Bewertung alkoholreduzierter Weine bzw. auch von Alternativprodukten. Anhand mehrerer Proben eines Rieslings mit unterschiedlichem Alkoholgehalt wurden Veränderungen in Aroma, Körper und Struktur aufgezeigt. Dabei wurde deutlich, dass mit sinkendem Alkoholgehalt häufig auch die Komplexität und Balance des Weines abnehmen.

Zum Abschluss der Weinbaumeistertagung wurde das Weingut Stoiber in Krems besucht. Wir erhielten eine kurze Betriebsvorstellung seitens der Familie Stoiber.

Der Betrieb Stoiber ist ein familiengeführter, bewusst klein strukturierter Betrieb inmitten der Weingärten am Kremser Weinzierlberg. Im Weinbau stehen klassische Kremstaler Rebsorten im Mittelpunkt, vor allem Grüner Veltliner und Riesling, ergänzt durch Muskateller, Sauvignon Blanc und Rotweine wie Zweigelt. Die Weine werden sortentypisch und möglichst naturnah ausgebaut, um Herkunft und Charakter der Lagen (z. B. Weinzierlberg, Wachtberg, Sandgrube) klar zum Ausdruck zu bringen.

Neben dem Weinbau betreibt die Familie einen Heurigenbetrieb. Dort werden die eigenen Weine gemeinsam mit hausgemachten, saisonalen und regionalen Speisen angeboten – von klassischen Heurigenjausen bis zu kreativen Gerichten wie Bratl-Carpaccio oder Schafskäsevariationen.

Der Betrieb versteht sich als familienorientiertes Weingut mit direktem Kundenkontakt, Ab-Hof-Verkauf und Verkostungsmöglichkeiten. Insgesamt steht Stoiber für eine Mischung aus traditionellem Weinbau, moderner Heurigenkultur und regionaler Küche in entspannter Atmosphäre mitten in den Weingärten.

Die interessante Weiterbildungsmöglichkeit bot auch Zeit zum Plaudern. Die Weinbaumeisterinnen und Weinbaumeister nahmen viele Ideen und viele Eindrücke von Krems mit. Wir bedanken uns beim Weingut Stoiber, bei der LFS Krems und bei Johanna Moser sowie Andreas Burgstaller von der LFS Krems für die interessanten Informationen, die Betriebsführungen und die Weinproben.

Impressionen

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© Anton Hölzl
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© Anton Hölzl
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© Anton Hölzl
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Anton Hölzl

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